Archiv für August 2015

Der Ablauf eines verordnungskonformen Beratungsgesprächs

Liebe Leserinnen und Leser,

können Sie sich vorstellen, dass Ihnen Ihr Arzt, Ihr Steuerberater oder Ihr Rechtsanwalt erzählt, was er an Ihnen verdient, wo er studiert hat, wo Sie sich über ihn beschweren können und welche Geschäfte/Operationen er machen darf und welche nicht?

Zugegeben, etwas überspitzt, aber genau das verlangt der Staat von uns unabhängigen Finanzdienstleistern. Vor der ersten Anlageberatung müssen wir den Kunden bzw. Interessenten die Statusmitteilung übergeben. Das ist eine Rechtspflicht. Dort steht drin, wie ich heiße, wo ich wohne und alle meine Kontaktdaten. Weiterhin welche Geschäfte ich gemäß der Industrie- und Handelskammer machen darf. Dann gibt es da noch einige Informationen zur Registrierung und die ganzen Beschwerdestellen. Hinzu kommen Informationen über die Art meiner Vergütung und welche Schwerpunkte ich abdecke.

Sobald die Industrie- und Handelskammer ins Spiel kommt, fallen Gebühren an. Und bevor eine Erlaubnis erteilt wird, sind umfangreiche Dokumente vorzulegen. Kostet auch alles Geld.

Freie Berater haben seitens der Verbraucherschützer überhaupt keine Lobby, für die sind wir die Bösen, die immer nur an Provisionen denken. Ehrlich gesagt, ich habe noch keinen Kunden gehabt, der sich daran gestört hat, dass ich Provisionen bzw. Honorar bekomme.

Jetzt geht es weiter. Der Kunde weiß, mit wem er es zu tun hat. Nunmehr muss ich als Berater wissen, mit wem ich es zu tun habe. Ich muss ihm also Fragen stellen nach seinem Beruf, Alter, Einkommen, Wohnsitutation, bisherigen finanziellen Vorlieben, seinen Zielen, Wünschen, Plänen, etc.

Während der Anlageberatung sind die in Frage kommenden Finanzanlagen zu ermitteln. Über die Kundenbefragung und die in Auswahl kommenden Finanzanlagen ist ein Beratungsprotokoll zu erstellen.

Rechtzeitig vor Abschluss des Vertrages ist der Kunde/ Interessent über Wesen, Kosten und Wagnisse der jeweiligen Finanzanlage zu informieren. Und es ist festzustellen, ob der Kunde/Interessent überhaupt der/die Richtige für das Produkt ist. Das nennt man im Fachjargon „Angemessenheits- und Geeignetheitsprüfung“

Muss schriftlich erfolgen.

Selbstverständlich sind vor der Unterschrift tausend Sachen zu übergeben. Prospekte, Informationsblätter, Plausibilitätserklärungen. Dazu muss man dem Kunden Zeit geben, das alles zu studieren. Hier sind laut Justiz eine Woche ausreichend.

Zum nächsten Schritt: Kunde ist aufgeklärt. Wir können also das Produkt empfehlen. Und dem Kunden sagen, warum wir das empfehlen.

Vor Abschluss des Vertrages will der Kunde natürlich wissen, was wir an dem Produkt verdienen. Wir müssen unsere Zuwendungen offenlegen. Interessiert keinen Kunden wirklich.

Und nach Ende der Beratung und vor Kundenunterschrift müssen wir das Beratungsprotokoll übermitteln.

Alles klar?

Wundern Sie sich jetzt, dass es immer weniger Berater gibt und sich die Banken und Sparkassen einen ablachen?

Herzlichst

Ihr

Peter Fuchs
Dipl.-Kaufmann

www.ihre-beste-geldanlage.de

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