Riester…Pro und Contra

Liebe Moneytalker,

letzte Woche kam im Südwest-Fernsehen eine Sendung, wo man die Altersvorsorge nach Riester mehr oder weniger „zerpflückt“ hat.

Ich habe mir überlegt, ob ich dazu einen Kommentar schreiben soll. Aber nachdem mir heute jemand einen Zeitungsausschnitt aus der BILD vorgelegt hat, sehe ich mich gezwungen, einen Kommentar zu schreiben.

Vieles, was in diesen 45 Minuten gesagt und gezeigt wurde, kann ich absolut nachvollziehen.

Beispiele:

  • Ersatzprodukt für die Versicherungsbranche
  • Verluste bei den Riester-Verträgen bei der Union-Invest
  • Fehlleitung von Kapital
  • Versteuerung der Rente
  • Inflation
  • Leute sterben früher als von der Versicherungsbranche kalkuliert
  • Anrechnung auf die Grundsicherung
  • Kostenquote
  • Symbiose Maschmeyer-Schröder-Riester-Rürup

Der Verkauf von Riester-Verträgen war am Anfang, also zu Beginn der 2000er Jahre eher schleppend, was wohl daran lag, dass zunächst sowohl die Zulagen, als auch die Ansparbeiträge relativ niedrig waren. Erst im Laufe der Zeit wurde an Riester-Verträgen „mehr verdient“, sprich, die Provisionen sind gestiegen. Heute ist Riester ein „Quotenbringer“

In der BILD steht, ein heute 35-Jähriger muss 90 Jahre alt werden, bis er die Summe seiner Beiträge wieder sieht. Aus meiner Sicht beziehen sich diese Studien ausschließlich auf die Kalkulation und Überschusspolitik der Versicherungen. Und da sage ich klipp und klar, was schon bei der normalen Lebens- und Rentenversicherung nicht funktioniert, wieso sollte das ausgerechnet bei den Versicherungsriestern klappen?

Man sollte nicht den Riester bemängeln, sondern das, was viele Anbieter daraus machen, entscheidend ist das richtige Produkt! Und wenn es um das Thema Inflation geht, dann bleiben doch alle Versicherungsverträge und Banksparpläne automatisch auf der Strecke.

Da bleiben doch nur Aktienfonds-orientierte Riester-Rentenverträge übrig. Und da soll niemand ernsthaft behaupten, dass der 35-Jährige bis zum Tod keine Rendite erwirtschaftet, die über der Inflationsrate liegt.
Sich nur die letzten 10 Jahre zu betrachten, ist ein zu kurzer Zeitraum für Aktienfonds. Aber zumindest hat man die Kapitalgarantie und die Chance auf Kursgewinne. Bei einem reinen Aktienfonds gibt es keine Kapitalgarantie. Und Garantien kosten nunmal Geld.

Das mit der Grundsicherung und der Anrechnung stimmt. Aber was bedeutet das konkret? Niemand spart etwas, jeder konsumiert alles und lässt sich die Grundsicherung auszahlen? Wollen wir das wirklich? Auf die Grundsicherung hinsteuern?

Riestern soll seinen Beitrag leisten, damit die Menschen später einmal eine zusätzliche Einnahmequelle haben. Welche Alternativen zu Riester gibt es?
Sparverträge, Aktienfonds, Lebens- und Rentenversicherungen, Bausparen?

Wie immer gilt, Pauschalierungen sind zu vermeiden. Es kommt auf den Einzelfall an.
Nehmen wir einfach das Beispiel aus dem Fernsehen. Ehepaar mit 2 kleinen Kindern, die sich den Riester quasi „von den Rippen“ abspart. Nur mal angenommen, das Familienbruttoeinkommen liegt bei 30.000,–.
Und monatlich sollen 100,– gespart werden. Beim Sparvertrag der Sparkasse, beim Aktienfonds, bei der Lebens- oder Rentenversicherung und beim Bausparvertrag werden jeden Monat 100,– abgebucht.
Beim Riester werden aber nur 43 Euro und 50 Cent abgebucht. Der Rest sind garantierte Zulagen.  Aber 100,– fließen auf den Vertrag. Das kann sein, bis die Kinder 25 Jahre alt sind.

Wieso sollte diese Familie das nicht machen? Und wenn jetzt das Geld noch mit Kapitalgarantie auf diese 100,– – nicht nur auf die 43,50 – angelegt wird, wieso sollte es die Familie nicht machen?

Geringverdiener haben doch eher die 43,50 als die 100,–, nicht wahr?

100,– werden gespart, davon werden in den ersten 5 Jahren die Kosten bezahlt, so dass weniger auf den Vertrag fließen, aber danach werden die vollen 100,– wirksam.

Oder nehmen wir Auszubildende: Was spricht dagegen, wenn ein Auszbildender nur 300,– im Jahr riestert?
Und dafür eine Zulage von 154,– pro Jahr kassiert? Und wenn er jünger als 25 ist, nochmals einmalig 200,– als Bonus bekommt?

Wir haben hier den Zins- und Zinseseffekt, da kommen ganz ansehnliche Zusatzrenten raus.

Mein Fazit: Man kann sich durchaus beraten lassen. Zum Beispiel von mir, einem unabhängigen Menschen.

Euch alles Gute
Peter Fuchs
07255-9589
www.fuchs-finanzarchitekten.de

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Peter Fuchs Finanzexperte

Über Peter Fuchs

Mein Name ist Peter Fuchs und wir (meine Frau und zwei Töchter sowie der Hund) leben im sonnenverwöhnten Baden, in der Nähe vom Rhein. Nach dem BWL-Studium 1986 arbeitete ich 20 Jahre als Kundenberater bei verschiedenen Banken und Sparkassen.


Gespräche mit anderen Menschen über Geld kann ich im selbstständigen, inhabergeführten Familienbetrieb offener und freier führen als in der Zeit als Angestellter. Ich war schon als Finanzexperte zu Gast bei BadenTV.

Ziel dieses Blogs ist es, dass Sie regelmäßig die Informationen und das Wissen bekommen, dass Ihnen kein Finanzberater mehr ein X für ein U vormachen wird. Tipps, Tricks und Strategien für erfolgreiches Geld anlegen und Sparen finden Sie ebenfalls hier. Sie sind Experte für Ihre Ziele, Pläne und Vorstellungen und ich helfe Ihnen mit meinem gesamten Wissen und meiner Erfahrung, dass Sie diese Ziele finanziell erreichen.

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